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Truhe mit perspektivischer Architektur - (Intarsienkünstler Meister H.S.)

• Renaissance

etwa 1500-1600

Nach dem kirchlich-religiösen Mittelalter besinnt man sich in der Renaissance (das bedeutet "Wiedergeburt") zurück auf die antike griechische Kunst und Philosophie, eine humanistische Weltanschauung mit Streben nach Erkenntnis und Wissenschaft. Der Seeweg nach Amerika und Indien wird entdeckt, der Handel wird ausgeweitet, die Wirtschaft belebt.

Baustil:
Klar gegliederte Bauwerke von harmonischen Proportionen erdverbunden, monumental, die Waagerechte betonend. Auf Fassengestaltung wird besonderer Wert gelegt

Antike Bauglieder: Säulen, Kapitelle mit Voluten (Schnecken) und Akanthusblättern, starke Profilierung von Gesimsen, Fensterleibungen und darüber angeordneten Dreieck-oder Segmentgiebeln.

Bau-und Wohnformen:
Handelsstädte entwickeln sich zu größter Blüte,Rathäuser und Patrizierhäuser werden reich ausgestattet.

Handwerk:
Die hervorragenden Handwerker werden namentlich als Künstler anerkannt, Ihre entwürfe durch Vorlagenblätter weit verbreitet. Bekannt sind u.a.:

- Meister H.S., Intarsienkünstler in Süddeutschland, Schweiz und Elsass
- Peter Flötner, Ornamentzeichner, Holzschneider und Kunstschreiner in Nürnberg.

Kontruktion, Materialien, Ornamente:
Die Möbel wirken massig und breit gelagert, die Horizontale wird betont.
Schränke und Truhen erhalten wie Bauwerke Fassaden: Fenster,Giebel,Gesimse, Säulen und Kapitelle nach antikem Vorbild . Aus dem Ausland werden exotische Hölzer eingeführt.

- in Süddeutschland: einheimisches Kiefernholz, mit Edelhölzern furniert und mit kostbaren Intarsien (Einlegearbeiten) und Marketerien (aus verschiedenen Furnieren zusammengesetzte Ornamente und Bilder, oft als perspektivische Architekturdarstellungen) geschmückt.

- in Norddeutschland: weiterhin massive Eichemöbel, geschückt mit Löwenköpfen, Masken, Tierfüßen. Die Rahmenfüllungen, später das ganze Möbel mit Schnitzereien von Ranken und Bilddarstellungen. Die Innenräume werden mit hölzernen Wand- und Deckenvertäfelungen ausgestattet, Türen und Fenster, oft auch die Möbel mit einbezogen.

In der Renaissance werden Möbelfronten als Fassade mit antiken Formen gestaltet.

Möbelformen:
- Truhen,
- Schränke, immer noch zweigeteilt in Ober- und Unterteil. Neu entstehen "Kabinettschränke" mit vielen kleinen Fächern für wetvolle Sammlerstücke. Weiterhin Stollenschrank (Kredenz), Schenkschywe, Überbauschränke.
- Stühle: Pfostenstuhl, Armlehnstuhl, Falt- und Scherenstuhl, für das Volke einfache Brettschemel mit steifer Rückenlehne.
- Tische: Viele verschiedene Typen werden gebräuchlich: Wangentusche, Tische mit Mittelstütze oder vier selbstständigen Füßen, klapp-oder ausziehbare Platten.

Letztes Update dieser Seite
15.09.2010 10:27

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