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Romanische Truhe mit Blendarkarden 12. Jh.

• Romanik

etwa 1000-1250
Der erste eigene Kunststil der nördlichen und östlichen Gebiete Europas war noch beeinflusst von den antiken römischen und byzantinischen Vorbildern, doch die übernommenen Elemente wurden teilweise stark vereinfacht und derb gestaltet.

Baustil:
Übersichtliche kubische Bauformen, massig und erdverbunden, Säulen, Rundbogen, Würfel- und Figurenkapitelle¹.

(¹Kapitell= Kopfstück einer Säule)

Bau- und Wohnformen:
Die Wohnkultur steht noch auf sehr niedriger Stufe, die kirchliche Baukunst dagegen ist hervorragend, denn Kirchen und Klöster besitzen Macht und Einfluss:

- Bauern leben in einfachen Katen.
- Städtische Häuser sind einfach, mit Hauptraum ohne Ofen oder Kamin, kein Fensterglas.
- Der Adel lebt auf Burgen ohne Prunk, eine wandernde Hofhaltung erfordert bewegliche Möbel.

Handwerk:
Das technische Wissen der Antike hat sich nur in Klosterwerkstätten überliefert, wo Prunkmöbel enstehen. Den Beruf des Schreiners oder Tischlers gibt es noch nicht, einfache Möbel werden von Drechslern oder Zimmerleuten zusammengefügt.

Konstruktionen:
In der Romanik überwiegen einfache Brett- und Pfostenmöbel.

Holzverbindungen sind kaum bekannt.

- Brettbau: Massive Pfosten und Spaltholzbretter werden untereinander verzapft oder vernagelt und mit Eisenbänden beschlagen, um Zusammenhalt der durch Werfen, Schwinden und Reißen gefährdeten Konstruktionen zu erreichen.

- Pfostenbau: sitzmöbel werden vorwiegend aus gedrechselten oder Vierkanthölzern zusammengesetzt (Pfosten=Stollen). Erst später werden Holznägel, Dübel und Zapfenverbindungen angewandt.

Ornamente:
- einfache Flach- und Kerbschnitzereien und Rillen,
- Rundbogen, Rosetten, Baluster (=Säulenreihen),
- Bemalung.

Möbelformen:

Selbst in wohlhabenden Häusern besteht Mobilar nur aus wenigen Teilen:

- Die Truhe als wichtigstes und bewegliches Möbel zur Aufbewahrung von Kleidern und anderem Hausrat dient auch als Sitzmöbel. Zuweilen als Dachtruhe mit giebelförmigem Deckel.

- Schränke sind selten, wirken wie hochkant gestellte Truhen. Oft als Giebelschränke entsprechend der Dachtruhe.

- Tische bestehen aus Böcken mit Platte (Tafel) und werden nur zum "Tafeln" (tafeln=Nahrungsaufnahme, essen) aufgestellt.

- Stühle und Sessel sind vornehmlich Herrschersitz (Thron), so auch der bewegliche Scherenstuhl, den der Herrscher bei seiner wandernden Hofhaltung mit sich führt. Stühle , Sessel und Bänke als Pfostenmöbel oder Kastensitze.

Letztes Update dieser Seite
15.09.2010 10:27

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