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Grafik Flachpressplatte

• Holzspanplatten

Holzspanplatten sind plattenförmige Holzwerkstoffe, die aus zerspantem Holz von Fichten,Tannen,Pappeln u.a. sowie von holzartigen Faserstoffen, wie Flachsschäben und Hanfschäben, nach DIN 68760 hergestellt werden.
Die Späne werden auf etwas 3-4% Holzfeuchte herunter getrocknet und dann mit Kunstharzleim besprüht und dann Mehretagenpressen unter Wärme und Druck zu Platten gepresst.
Solche Platten sollte man nicht mit billigen Ersatzwerkstoffen vergleichen oder als solche bezeichnen, da es hierbei auf die Herstellungart ankommt. Man unterscheidet diese Spanplatten zwischen Flachpressplatten (FP) und Strangpressplatten (SP).

Flachpressplatten (FP)
Flachpressplatten sind nach DIN68761, Spanplatten bei denen die Späne parallel zur Plattenebene liegen.
Hergestellt werden sie als einschichtige Platten, mehrschichtige Platten, Platten mit stetigem Übergang in der Struktur.
Zusätzlich werden sie noch nach der Oberflächenbeschaffenheit unterschieden:
- ungeschliffene Platte (pressblank)
- geschliffene Platte
- beplankte und beschichtete Platten.

Einschichtige Platten sind in ihrem Querschnitt gleichmäßig aus einer Späneart aufgebaut.Die Herstellung solcher Platten ist sehr einfach und demensprechend sehr günstig, was auch einen niedrigen Preis zur Folge hat.

Flachpressplatte 3 Schichten

Allerdings haben diese Platten nur eine geringe Festigkeit und sind daher nur für untergeordnete Zwecke verwendbar.

Mehrschichtige Flachpressplatten werden in 2 verschiedenen Arten hergestellt. Einmal in der dreischichtigen Variante, diese bestehen aus einer gröberen und loseren Mittelschicht mit geringem Leimgehalt , die beiden außeren Deckschichten dagegen aus feineren und dünneren Spänen mit einem höheren Leimgehalt. Diese Platten haben daher eine höhere Festigkeit und eine bessere Formbeständigkeit als die Einschichtplatten.

Dann gibt es noch die Fünfschichtigen Platten, diese haben eine gröbere Mittelschicht, zweit mittlere Zwischenschichten und die beiden äußeren feinen Deckschichten.Mittels der Zwischenschichten werden die inneren Spannungen aufgefangen und ausgeglichen und dadurch erreicht man eine gute Formbeständigkeit bei Feuchtigkeitsveränderungen.
Solche Platten eignen sich vorallem zum direkten furnieren,beschichten oder zum lackieren der Oberfläche.

Diese Flachpressplatten werden nach DIN 68761 wie folgt unterteilt:
FPY-Platten sind für den Möbel-,Tonmöbel, Geräte- und Behälterbau und FPO-Platten mit besonderen Anforderungen an die feinspanige Oberfläche Oberflächengüte für die Direktlackierung, Folien- und Pressbeschichtung.

Diese Spanplatten werden wegen der Geruchsbelästigung und der gesundheitlichen Gefährdung durch die Formaldehydabgabe in folgende Emissionsklassen eingeteilt (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1
Emissionsklasse Emissionswerte¹ in ppm HCHO Perforator-
werte² in mg HCHO/100g
atro Platte
E 1 höchstens 0,1 höchstens 10
E 2 ³ über 0,1 ... 1,0 über 10 ... 30
E 3 ³ über 1,0 ... 2,3 über 30 ... 60

Erklärung zur Tabelle:
 ¹ = zu bestimmen im Prüfraum
 ² = zu bestimmen nach der Perforatormethode
 ³ = unzulässig bei bereits beschichteten Platten

Emissionsklassen für Formaldehyabgabe:
pm = parts per million
atro = absolut trocken
HCHO = Formaldehyd

Spanplatten von E1 dürfen unbeschichtet, also im rohen Zustand verwendet werden.
E2 und E3 Platten müssen zur Minderung der HCHO Abgabe beschichtet oder bekleidet werden.

Heute stellt die Industrie allerdings auch Spanplatten ohne Formaldehyd her.
Als "Leimersatz" wird bei diesen Platten ein vernetzter Polyharnstoff eingesetzt, dieser ist nach dem Lebensmittelgesetz unbednklich, unlöslich und umweltfreundlich.
Messbare Emission: E = null
Plattentyp: V20 (Verleimung nicht wetterbeständig)

Die handelsüblichen Flachpressplatten werden in folgenden Abmessungen angeboten (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2
Dicke in mm 6, 8, 10, 13, 16, 19, 22, 25, 28, 32, 36, 40 bis 70
Länge/breite in mm Formate 5200 x 2070

Die Kennzeichnung der Flachpressplatten setzt sich wie folgt zusammen:
Hersteller und Werktyp (evtl. verschlüsselt)
DIN-Hauptnummer
Plattentyp
Dicke in mm
Emissionsklasse

Beispiel:
Firma - DIN 68761-FPY - 19 - E1 (Flachpressplatte für allgemeine Zwecke)

Flachpressplatten für das Bauwesen werden streng nach DIN 68763 hergestellt und die strenge Gütesicherung setzt sich wie folgt zusammen:
- hohe Biege- und Querzugfestigkeit
- Beständigkeit gegen Feuchtigkeit
- Beständigkeit gegen Holz zerstörende Pilze.

Nach diesen Punkten werden die Plattentypen wie in Tabelle 3 festgelegt.

Tabelle 3
Normtyp Verleimung und Anwendungsgebiete
V 20 Verleimung beständig bei Verwendung in Räumen mit niedriger Luftfeuchte.
Bindemittel: Harnstoffharzleim (KUF)
V 100 Verleimung beständig gegen hoge Luftfeuchte (begrenzt wetterbeständige Verleimung).
Bindesmittel: Phenolharzleim (KPF), Resorcinharzleim (KRF)
V 100 G Verleimung beständig gegen hohe Luftfeuchte (begrenzt wetterbeständige Verleimung).
G = Mit einem Holzschutzmittel gegen Holz zerstörende Pilze geschützt.

Die Kennzeichnung dieser Flachpressplatten setzt sich wie folgt zusammen:
Hersteller und Werktyp (evtl. verschlüsselt)
DIN-Hauptnummer
Plattentyp
Dicke in mm
Emissionsklasse

Beispiel:
Firma - DIN 68763-V100G - 19 - E2 (Flachpressplatte für das Bauwesen)

Kunststoffbeschichtete dekorative Flachpressplatten (KF)
KF-Platten bestehen nach DIN 68765 aus einer mehrschichtigen Flachpressplatte und Deckschichten die in Kunstharz getränkt wurden.

Aufbau einer KF Platte

Bei KF-Platten kann die Kernschicht (Punkt 3, Abbildung3) bis zu 3Lagen haben.
KF-Platten werden nach 4 Abriebklassen unterteilt:
N = normales Abriebverhalten
M = mittleres Abriebverhalten
H = hartes Abriebverhalten
S = start widerstandsfähiges Abriebverhalten

Es gibt verschiedene Beschichtungsdicken (siehe Tabelle 4)

 

 

Tabelle 4
Klassen Beschichtungsdicke Beschichtungsaufbau
1 bis 0,14 mm einlagiges, mit Melaminharz getränktes Dekorpapier
2 über 0,14 mm zusätzliche, mit Harnstoffharz getränkte Kernschicht

Die Kennzeichnung einer KF Platte ist wie folgt aufgebaut:
- Herstellerwerk und Werktyp
- kunststoffbeschichtete dekorative Flachpressplatte
- DIN Nummer
- Dicke
- Abriebklasse, Schichtdicke

Das ganze sieht dann so aus: Firma - KF - DIN 68765 - 19M2,N1
Ma sollte beachten das diese Platte 2 unterschiedlich beschichtete Seiten hat, ähnlich wie bei Küchenarbeitsplatten etc.

Verwendet werden solche Platten meistens als Tischplatten,Fensterbänke und Verbretterungen im Innenausbau.

Strangpressplatten (SP)
Strangpressplatten werden nach DIN 68764 hergestellt. Die Späne liegen bei diesen Platten vorzugsweise rechtwinklig zur Herstellungsrichtung (Stopfrichtung).

Strangpress-Vollplatte(SV)

Je nach Querschnittstruktur werden sie hergestellt als:
- Vollplatten (SV) siehe Abb.4
- Röhrenplatten (SR

Zusätzlich werden sie noch nach der Oberflächenbeschaffenheit eingeteilt.
Es gibt Rohplatte (siehe Abb.4) und beplankte Platten. Beplankte Platten haben noch Deckfurniere als Abschluß (Fläche).
Diese werden dann als TSV und TSR in den Handel gebracht.

Je nach Verleimung werden beplankte Platten unterschieden (Tabelle5)

 

 

Tabelle 5
Normtyp Anwendungsgebiete
SV1 + SR1, TSV1 + TSR1 Verleimung beständig in Räumen mit allgemein niedriger Luftfeuchte
SV2 + SR2, TSV2 + TSR2 Verleimung beständig gegen hohe Luftfeuchte, jedoch nicht wetterbeständig

Bei den Platten SV2, SR2, TSV2 und TSR2 müssen an allen Kanten mindestens 15mm breite Vollholzanleimer angebracht werden um ein gleichwertigen Feuchtschutz zu gewährleisten.

Letztes Update dieser Seite
15.09.2010 10:27

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